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Jahreslosung 2012

Veröffentlicht am 29.12.2011
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Ein Satz, der verwundert, wenn nicht sogar befremdet. Es ist eher so, dass wir in unserem Alltag Stärke zeigen müssen, um weiter zu kommen, um Erfolg zu haben und Anerkennung zu erfahren!

Das erleben wir vielfach. Aber wir sehen auch, dass es immer mehr werden, die diesem Druck unserer Leistungsgesellschaft nicht mehr standhalten können oder wollen.

Immer mehr Menschen leiden unter Burn-out oder Depressionen. Kein Wunder! Der Stress wird größer, mehr Arbeit wird auf weniger Mitarbeitende verteilt. Doppelbelastungen nehmen zu, die Anforderungen unseres Alltags werden höher. Das daraus erwachsende Gefühl der Überforderung kennen viele von uns.

Auch Paulus kannte dieses Gefühl. Er wurde verleumdet und seine Botschaft wurde hinterfragt. Aber nicht nur die äußere Kritik belastet ihn, sondern seine „Schwäche“, die wie ein Stachel oder ein Pfahl in seinem Körper steckte, wie er es ausdrückte (2. Kor. 12,7). Es bleibt unklar und wir wissen nicht, was Paulus in seinem Leben beeinträchtigt. War es eine Krankheit? War es ein körperlicher Mangel? War es eine Charaktereigenschaft, die er selbst nicht in den Griff bekam, obwohl er sich darum bemühte?

Mit diesen Sorgen wandte er sich an Gott im Gebet. Und er bekam als Antwort: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Mit diesem Satz krempelt Gott die Erfahrungen des Paulus um und auch unsere Alltagserfahrungen.

Er erwartet nicht, dass wir stark und unabhängig sind. Er verlangt nicht Selbstbewusstsein und Unfehlbarkeit! Er kennt unsere Schwächen. Ihm brauchen wir nichts vorzumachen! Aber er verurteilt uns nicht deswegen, nein im Gegenteil: Gerade denen, die sich schwach fühlen, denen verheißt er seine Kraft.

Interessant, dass Paulus diese Antwort bekommt. Er war doch ziemlich erfolgreich. Er hatte viele Gemeinden gegründet. Er schien ein exzellenter Rhetoriker zu sein. Seine Meinung zählte. Er war finanziell unabhängig und anerkannt. Aber Paulus ließ sich von dem, was er erreicht hatte, nicht blenden. Er wusste, er hat Schwächen und er spürte, dass sie ihn daran erinnern sollten, er kann sich auf Gott verlassen. Die Dinge, die er in seinem Leben erreicht hatte, hat er geschafft, weil Gott ihm Kraft gegeben hat, weil Gottes Segen mit ihm war.

Dass es in unserem Leben Situationen gibt, in denen wir uns schwach fühlen, vielleicht auch längere Phasen, in denen uns die Kraft fehlt, muss uns nicht entmutigen. Genau hier möchte er uns begegnen und uns seine Kraft spüren lassen.

Lassen wir uns auf ihn ein! Wenden wir uns ihm immer wieder neu zu!

Möglicherweise brauchen wir genau diese Grenzerfahrungen in unserem Leben, um ihm wieder neu zu vertrauen. Wenn Sie möchten hören Sie dazu das Lied „neue Spur“ von Hans-Joachim Eißler unter http://www.ejwue.de/jahreslosung/2012.htm#Lied

Zuletzt geändert am: 22.01.2012

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