Gedanken zur Jahreslosung 2011

von Pfarrer Bernhard Kiy

Die Jahreslosung 2011 fordert in hervorragender Weise auf, vor dem Tun zunächst in sich hinein zu hören. Ich möchte das mit einer modernen Erzählung illustrieren:

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, aber der Hammer fehlt ihm. Sein Nachbar hat einen. Also beschließt der Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen.

Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was soll er machen, wenn der Nachbar den Hammer nicht verleihen will? Gestern schon grüßte er nur ganz flüchtig. Was könnte er gegen mich haben? Ich habe ihm doch nichts getan, denkt er empört, der bildet sich da etwas ein.

Wenn jemand von mir Werkzeug borgen wollte, dann gäbe ich es ihm sofort. Wie kann man seinem Mitmenschen einen so einfachen gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet der sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil der einen Hammer hat! Jetzt reicht´s mir aber wirklich.

Und so stürmt er hinüber zu seinem Nachbarn, läutet Sturm.

Ahnungslos öffnet der Nachbar die Tür. Und bevor er einen Ton sagen konnte, schreit ihn unser Mann an:
„Behalten sie ihren Hammer, Sie Rüpel!“

(nach P. Watzlawick)

Ich wünsche Ihnen gute Gespräche, bei denen Ihnen zugehört wird und Sie zuhören können und damit nicht von schlechten, sondern von guten Gedanken motiviert werden.

Eine gesegnete Zeit wünscht
Bernhard Kiy