Stilles Wochenende für Familien

Von Fröschen, Ruinen und den Schwestern Marta und Maria

Die Überschrift lässt vermuten, dass hier über irgendetwas Märchenhaftes berichtet wird. Und in der Tat war das Familienseminar vom 07.07.-09.07.2006 ein Erlebnis, als wäre man wirklich in ein Märchen eingetaucht.

Am Freitag trudelten die teilnehmenden Gemeindemitglieder auf dem Rittergut Stauffenberg so nach und nach ein. Die erste „Schlacht“ wurde von den Kindern (natürlich gegen die Eltern) um die Zimmereinteilung geschlagen. Die einzelnen Koffer traten einen Irrweg durch alle wunderschönen Zimmer in dem ca. 300 Jahre alten Ruferhaus an. Nachdem auch die Besitzer der Koffer diese wieder gefunden hatten, konnte die nächste Schlacht, das Betten machen, ausgetragen werden.

Nach dem Beziehen der Räumlichkeiten wurden schon gleich am ersten Abend die vielen kleinen Frösche die sich auf dem gesamten Gelände tummelten entdeckt. Diese kleinen Kerle wurden an diesem Wochenende ständiger Begleiter unserer Kinder. Eine kurze heimliche Kontrolle der Betten hat wohl jedes Elternteil durchgeführt, da man ja etwa Angst um die lieben kleinen Tierchen hatte!

Am Abend als die Kinder in den Kojen lagen, konnten sich die Eltern zu einer ersten gemütlichen Runde zusammenfinden. Thema an diesem Abend war die Bibel mit all unseren Gedanken.

 


 


Am Samstag teilten sich die Eltern dann auf. Die Mütter machten sich mit den Kindern in dampfender schwüler Luft auf den Weg zur Ruine Stauffenburg. Hier war viel Spannendes über gefangene Äbtissinnen und Könige zu erfahren. Die Kinder wurden am Ziel mit Getränken und Keksen für den Rückweg gestärkt und motiviert.

Die Väter hatten derweil die Möglichkeit, sich mit den Schwestern Marta und Maria auseinanderzusetzen. Sie brauchten den gesamten Vormittag um diese beiden Frauen gründlich verstehen zu können.

Nach einem Mittagspäuschen waren die Männer mit „Kinderhüten“ beschäftigt. Es wurde Fußball gespielt, gebastelt und es gab erste Melkversuche bei den Kühen auf dem benachbarten Bauernhof. Währenddessen konnten sich nun auch die Frauen in den beiden Schwestern Marta und Maria (Lukas 10, 38 – 42) wieder finden

Am Abend trafen sich alle, um unsere Nationalmannschaft im WM-Halbfinale anzufeuern. Es war zwar nicht ganz ersichtlich ob wirklich das Fussballinteresse so hoch war, oder ob die Knabbereien gelockt haben. Auf alle Fälle fielen alle, nachdem nun Deutschland „Waldmeister“ geworden ist, glücklich, müde und ausgeglichen ins Bett.

 


 


Der Sonntag begann mit dem schönsten Wetter und wir bereiteten in kleinen Gruppen den Gottesdienst vor. Es war ein schöner bunt gemischter Gottesdienst unter freiem Himmel mit einem von den Kindern wunderbar geschmückten Altar. In diesem Gottesdienst wurden nun endlich die Geheimnisse gelüftet, welche Erkenntnisse nun die Männergruppe und die Frauengruppe aus der Geschichte von Maria und Marta gezogen haben. Auch die Kinder konnten sich hervorragend zu dieser Thematik äußern.

Nach dem Mittagessen hieß es dann, die Heimreise anzutreten. Ein paar Gemeindemitglieder waren noch bis zum frühen Nachmittag in Stauffenburg, um eine in der Nähe befindliche Quelle aufzusuchen. Damit auch alle anderen diesen Spaziergang nächstes Jahr noch machen können sind wir alle der Meinung, dass wir solch ein Seminar auch gut noch einen Tag länger aushalten könnten.

 


 

Wie Marta und Maria ein ganzes Wochenende begeistern können

 Kennen Sie Marta und Maria? Nein? Die Geschichte findet man in Lukas 10, 38 – 42 (siehe auch unten). Jesus kam zu Besuch zu Marta. Diese bediente ihn wo sie nur konnte. Sie kam sehr emsig Ihren Pflichten nach. Ihre Schwester Maria aber setzte sich zu Jesus und hörte diesem zu. Marta beschwerte sich darauf hin heftig über dieses Verhalten bei Jesus. Anstatt Marta nun beizustehen, wurde er sehr deutlich und machte Marta klar, dass er das Verhalten von Maria mehr schätzen würde.

Über diese Geschichte haben wir uns auf unserem diesjährigen Familienseminar in Stauffenburg in dem wunderschönen 300 Jahre alten Ruferhaus Gedanken gemacht. Es war sehr erstaunlich, wie gut wir uns im Einzelnen in den beiden Schwestern wiedergefunden haben. Gerade die Frauen neigten eher dazu, sich als Marta zu erkennen. Ihr Fazit von diesem Wochenende: öfter mal auf das Wesentliche schauen, Zeit für Gespräche finden, und nicht nur an Arbeit, Pflichten und Erwartungen denken. Auch wurde klar herausgearbeitet, dass Maria eine große Portion Mut besitzt, um aus alten Traditionen auszubrechen. Auch die Männergruppe erkannte ziemlich klar, dass sie zu Hause doch auch fast alle eine Marta haben. Die Denkansätze waren diesmal doch sehr ähnlich. In einem wunderschönen Freiluft-Gottesdienst haben wir am Sonntag unsere Ergebnisse gemeinsam vor- und zusammengetragen.

Die Ausgeglichenheit der Erwachsenen übertrug sich eindeutig auch auf unsere Kinder. Das ganze Wochenende war sehr friedvoll und harmonisch. Wir alle sind zu dem Schluss gekommen: das nächste Jahr fahren wir wieder.....

 

Lukas 10, 38 – 42:

Maria und Marta


 

38 Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. 39 Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. 40 Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, daß mich meine Schwester läßt allein dienen? Sage ihr doch, daß sie mir helfen soll! 41 Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. 42 Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.